Niemand möchte einer Krankheit einfach so ausgeliefert sein. Um trotz einer schweren Diagnose weiterhin möglichst weitreichend über das eigene Leben bestimmen zu können, hilft es, die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten zu kennen.
Auch wenn eine Krankheit den Alltag bestimmt – die Betroffenen können Entscheidungen treffen und Prioritäten setzen. Zum Beispiel:
Je besser Patientinnen und Patienten ihre Wünsche und Bedürfnisse kennen, desto besser können sie Einfluss nehmen. Besonders bei folgenden Themen:
Ärztinnen und Ärzte sind darauf spezialisiert, eine Diagnose zu stellen und die medizinischen Möglichkeiten aufzuzeigen. Mit welchem Ziel? Diese Frage kann keine Fachperson beantworten, sondern nur die Patientin oder der Patient selbst. Diese drei Schritte sind wichtig:
1. Diagnose verstehen
Haben Sie einen Termin, um eine Diagnose zu besprechen? Schreiben Sie Ihre Fragen auf und lassen Sie sich von einem Freund / einer Freundin begleiten. Er oder sie soll Notizen machen und Fragen stellen. Vier Ohren verstehen mehr als zwei.
Bitten Sie die ärztliche Fachperson, Ihnen Befunde und Unterlagen zu schicken. Sie können den Befunddolmetscher nutzen, um medizinische Fremdwörter in «normales» Deutsch zu übersetzen. Schreiben Sie Ihre Fragen auf und nehmen Sie sie mit zur nächsten Sprechstunde.
2. Behandlungsmöglichkeiten kennen
Vielleicht gibt es mehrere mögliche Behandlungen. Lassen Sie sich genau erklären, was der Unterschied zwischen verschiedenen Therapien ist. Wie lange dauern die Behandlungen? Welche Nebenwirkungen gibt es? Welche Termine müssen Sie wahrnehmen? Es kann sinnvoll sein, eine Zweitmeinung einzuholen.
3. Therapieziel festlegen und besprechen
Wenn Sie die Diagnose und die möglichen Therapien kennen, können Sie Prioritäten setzen.
Zum Beispiel: Jetzt eine anstrengende Therapie machen, um am Hochzeitsfest der Enkelin wieder möglichst fit zu sein.
Fachpersonen können nur Fragen beantworten, die ihnen gestellt werden. Es hilft, sich mit Ängsten zu befassen, sie eventuell aufzuschreiben und in die Sprechstunde mitzunehmen. Zum Beispiel: Ich habe Angst, im Verlauf der Krankheit schlechter atmen zu können oder sogar zu ersticken. Welche Möglichkeiten gibt es?
Es hilft, wenn Fachpersonen, Familie, Freundinnen und Freunde Ihre Prioritäten kennen. Welche Tätigkeiten, Fähigkeiten und Möglichkeiten sind besonders wichtig? Gut ist es, konkrete Beispiele zu nennen:
Wenn Fachpersonen und Angehörige wissen, was in schwierigen Momenten hilft, können sie besser helfen. Manchmal sind es konkrete Dinge, die gut tun:
Was hilft Ihnen oder was hat Ihnen bisher geholfen?
Grundsätzlich wird bei einer medizinischen Krise alles medizinisch Mögliche unternommen, um Ihr Leben zu retten. Es kann aber sein, dass Sie in Ihrem Leben an einen Punkt kommen, an dem Sie nicht mehr gerettet werden wollen. Zum Beispiel dann, wenn eine unheilbare Krankheit weit fortgeschritten ist und das Lebensende bereits absehbar ist. Lebensrettende Massnahmen können in solchen Fällen dazu führen, dass das Lebensende nur wenig hinausgezögert wird, der Gesundheitszustand während der verbleibenden Lebenszeit allerdings viel schlechter ist.
Deshalb ist es wichtig, sich zu folgenden Fragen Gedanken zu machen:
Will ich auch dann gerettet werden, wenn mein Gesundheitszustand danach schlechter ist als zuvor?
Es ist wichtig, dass solche Gedanken in der Patientenverfügung dokumentiert sind und eine Vertretungsperson darüber Bescheid weiss.
Eine Beratung ist sehr empfehlenswert.
Ist es Ihnen wichtig, möglichst lange zuhause zu leben? Gibt es eine Institution, in der Sie gerne leben würden, wenn Ihr Gesundheitszustand schlecht ist? Es hilft, frühzeitig vorzusorgen:
Spezialisierte Fachpersonen helfen Ihnen, diese und weitere Fragen zu klären. Das passende Beratungsangebot finden Sie zum Beispiel auf der Website von ACP-Swiss. Bei Fragen unterstützen wir Sie gerne!
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