Mehr als 80 % der Menschen in der Schweiz sterben nicht überraschend, sondern nach schwerer Krankheit. Das heisst, fast jede(r) von uns wird im Laufe des Lebens mit einer lebensbedrohlichen Krankheit konfrontiert.
Sind die Heilungschancen gering, wird Palliative Care wichtig. Sie trägt zu einer möglichst hohen Lebensqualität bei, auch wenn die Patientin oder der Patient nie mehr gesund wird. Palliative Care ist bereits ab der Diagnose wichtig und kann mehrere Jahre lang zu einer besseren Lebensqualität beitragen – palliativ bedeutet also nicht, dass das Lebensende kurz bevorsteht.
Palliative Care-Fachpersonen helfen, medizinische, psychologische, soziale und spirituelle Probleme zu lösen. Palliative Care hilft bei Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot oder Übelkeit. Aber auch bei Angst, bei familiären Konflikten, bei einer unpassenden Wohnsituation oder spiritueller Not.
Für eine gute palliative Versorgung arbeiten Fachpersonen verschiedener Bereiche zusammen: Medizin, Pflege, Betreuung, Psychotherapie, Soziale Arbeit, Seelsorge, Physiotherapie, Ergotherapie, Komplementärtherapien und viele weitere mehr.
Palliative Care-Fachpersonen helfen Patientinnen und Patienten folgende Fragen zu beantworten:
Ein solides Netz aus Freund:innen, Familien und Bekannten ist in allen Lebenslagen wertvoll. Nach einer schweren Diagnose ganz besonders. Damit es einer schwerkranken Person möglichst gut geht, braucht es manchmal das ganze Umfeld: Kinder, Partnerin oder Partner, Eltern, aber auch Freundinnen und Freunde oder Nachbar:innen helfen mit, je nach Konstellation und Möglichkeiten. Wenn die Patientin oder der Patient möglichst lange zuhause leben möchte, ist Unterstützung aus dem Umfeld besonders wichtig.
Manchmal sind viele Fachpersonen im Alltag präsent: Zum Beispiel die Spitex, ein Fahrdienst, die Hausärztin eine Psychoonkologin oder ein Psychoonkologe, eine Seelsorgerin oder ein Seelsorger und viele weitere.
Auch ehrenamtliche Begleitpersonen können eine wichtige Stütze sein. Sie besuchen die betroffene Person zu Hause oder im Altersheim und halten vielleicht sogar Nachtwache.
Bei einer Krankheit mit schlechter Prognose und geringen Überlebenschancen macht es Sinn, Palliative Care von Anfang an miteinzubeziehen. Denn palliative Versorgung bedeutet nicht, dass «nichts mehr getan wird». Der Fokus der Therapien liegt allerdings auf der Linderung von Beschwerden, nicht mehr auf dem Kampf gegen die Krankheit.
Die obligatorische Grundversicherung der Krankenkasse bezahlt grundsätzlich nur für medizinische Massnahmen. Zusatzversicherungen übernehmen weitere Leistungen.
Bei einer lebensbedrohlichen, fortschreitenden Krankheit benötigen manche Patientinnen und Patienten weitere Hilfe: Patiententransporte, Komplementäre Therapien, spirituelle Unterstützung, Hilfe im Haushalt, Pflege zu Hause oder im Heim, Hilfe bei der Kinderbetreuung etc.
Lesen Sie hier nach, wie Palliative Care-Angebote finanziert werden.
Palliative Patientinnen und Patienten erhalten von denselben Stellen Hilfe und Unterstützung, wie alle anderen Patient:innen. Zum Beispiel In der Hausarztpraxis, von der Spitex, im Spital, im Alters- und Pflegeheim, in der Psycho-, Physio- oder Ergotherapie, in der Logopädie oder von der Seelsorge.
Für Menschen, die auf sehr viel Unterstützung angewiesen sind, gibt es spezialisierte Angebote:
Das Ziel der Palliative Care ist es, dass schwerkranke Menschen so gut umsorgt sind, dass sie nicht das Bedürfnis haben, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Palliative-Care-Fachpersonen respektieren allerdings den Wunsch von Patientinnen und Patienten, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen.
Unsere Leben werden irgendwann enden. Wann ist ein guter Zeitpunkt, über den Tod nachzudenken? Jetzt!
Zum Beispiel bei einer Folge des Podcasts Das letzte Stündchen: Elena Ibello spricht mit ihren Gästen offen und empathisch über den Tod – und damit vor allem über das Leben.
Wer sich in guter Gesellschaft mit dem Sterben auseinandersetzen will, ist herzlich eingeladen an ein Treffen des Café Totentanz in Aarau oder an eine Veranstaltung des Café Goodbye in Brugg.